Dsm Peer-review

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Externe Evaluation im Rahmen eines Peer-Review (Oktober 2009)


Evaluación externa en el marco de un Peer-Review (evaluación por pares) (octubre de 2009)


Im Februar 2007 legte die Berichterstattergruppe „Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung“ des BLASchA die Durchführung eines Peer Review als verbindlichen Baustein im PQM-Prozess der Deutschen Auslandsschulen auf dem Wege zur Bund-Länder-Inspektion fest.

En febrero de 2007 el grupo de informadores del programa “garantía y desarrollo de la calidad“ del BLASchA (Comisión del Estado Federal y de los Länder para el trabajo escolar en el extranjero) decidió la realización de un Peer-Review como parte obligatoria del proceso de la Gestión de Calidad Pedagógica de los colegios alemanes en el extranjero en vista a la inspección por el Estado Federal y los Länder.


Das Peer-Review ist ein Verfahren der Externen Evaluation, das auf Anfrage mit einem klaren Auftrag der Schule von kritischen Freunden (hier Kolleginnen und Kollegen einer „benachbarten“ deutschen Schule) durchgeführt wird. Externe Evaluation bedeutet, dass die zentrale Verantwortung für die Gestaltung und Durchführung einer Evaluation außerhalb der Schule liegt und von Personen durchgeführt wird, die nicht in der Schule arbeiten.

El Peer-Review es un procedimiento de evaluación externa, llevado a cabo, por encargo del colegio, por amigos críticos (aquí compañeras y compañeros de un colegio alemán cercano). Evaluación externa significa que la responsabilidad fundamental de la organización y realización de una evaluación se encuentra fuera del colegio y corre a cargo de personas que no trabajan en el mismo.


Mit der Deutschen Schule Barcelona wurde verabredet, im Frühjahr bzw. Herbst 2009 gegenseitig ein Peer Review durchzuführen.

Se acordó con el Colegio Alemán de Barcelona la mutua realización de un Peer-Review en primavera y en otoño de 2009.


Ziel des Peer-Reviews ist es, auf der Grundlage von vorliegenden Daten („Schulportfolio“) und gesammelten Daten (Interviews, systematische Beobachtungen etc.) der Schule zur Qualität des Unterrichts, zum PQM-Prozess und zu einem ausgesuchten anderen Arbeitsfeld eine differenzierte, datengestützte und dokumentierte Rückmeldung über die Qualität der im Vorfeld definierten Arbeitsbereiche zu geben.

El Peer-Review tiene por objeto, sobre la base de datos del Colegio ya existentes (“portafolio escolar“) y de datos conseguidos (a través de entrevistas, observaciones sistemáticas etc.) referentes a la calidad de la enseñanza, al proceso de Gestión de la Calidad y a otros campos de actividades, elaborar un informe diferenciado, apoyado en datos y bien documentado, sobre la calidad de los ámbitos de trabajo definidos anteriormente.


Die Grundlage für den Evaluationsauftrag an die Peers sind die von uns formulierten und operationalisierten Evaluationsfragen. Bei jeder Evaluationsfrage findet sich neben dem Verweis auf den Qualitätsrahmen auch die Referenz zur Präambel (P) bzw. zu den einzelnen Leitsätzen (LS) des Leitbildes der DS Madrid.

El encargo de evaluación hecho a los Peers se basa en preguntas de evaluación elaboradas y formuladas por nosotros. Cada pregunta de evaluación va acompañada, además de la mención del marco de calidad, de referencias al preámbulo (P) o a las diferentes líneas directrices (LS) del Concepto básico del Colegio Alemán de Madrid.


Bild:pdf20.gif Peer-Review – Evaluationsfragen


Evaluationsmethoden der Peers

Der Evaluationsauftrag macht somit ein methodisches Setting notwendig, das alle Gruppen der Schulgemeinde in das Peer-Review einbezieht. Es ging schließlich darum, Beobachtungen und Wahrnehmungen zu den Evaluationsfeldern aus verschiedenen Perspektiven miteinander zu kombinieren (Triangulation).


Im Hinblick auf die Evaluationsmethoden und –instrumente trafen die Peers folgende Auswahl:

1. Dokumentenanalyse (u.a. dem Schulbericht für das Peer-Review, das „Deutsch-Konzept“, das „Methoden¬curriculum der DSM“)
2. Schulrundgang zur Begutachtung der Klassen- und Sammlungsräume
3. Leitfadengestützte Gruppeninterviews mit Mitgliedern des Schulvereins¬vor¬stands, Lehrern, Schülern und Eltern.
4. Leitfadengestütztes Einzelinterview mit dem Schulleiter
5. Rating-Konferenz mit Schülern
6. Unterrichtshospitationen (52)

Aus einem Hospitationsangebot wählten die Peers insgesamt 52 Unterrichtsbesuche aus. Diese hatten eine Dauer von ca. 20 min. und fanden entweder in der 1. oder 2. Hälfte der Unterrichts¬stunde statt.

Grundlage für die Unterrichtshospitationen war ein Unterrichtsbeobachtungsbogen, der von den Peers auf der Grundlage des Beobachtungsbogens für die Bund-Länder-Inspektion erstellt, aber an die Fokusbereiche des Peer-Reviews angepasst wurde.

Auch die Bewertungsmaßstäbe richteten sich nach denen des Beobachtungsbogens für die Bund-Länder-Inspektion:

++ trifft in besonderem Maße zu
+ trifft zu
- trifft nicht zu
0 keine Beurteilung möglich


Bild:pdf20.gif Peer-Review - Unterrichtsbeobachtungsbogen


Ergebnisse des Peer-Review

Sämtliche Beobachtungen, Ergebnisse und Empfehlungen wurden zunächst im Rahmen einer Feedback-Konferenz den Mitgliedern der Schulgemeinde vorgestellt und schließlich im Abschlussbericht über das Peer-Review auch schriftlich zusammengefasst.

Die folgende Darstellung der Ergebnisse orientiert sich an den drei Evaluationsschwerpunkten. Sie erfolgt zugleich nach der Methode der Stärken-Schwächen-Analyse.


Evaluationsschwerpunkt 1 / Lehrerhandeln und Lern- und Arbeitstechniken zur Stärkung der Persönlichkeit


Alle interviewten Gruppen stimmen in der Einschätzung überein, dass die Vermittlung von Methoden und Arbeitstechniken, kooperative Lern- und Unterrichtsformen, die Erziehung zur Selbstständigkeit und zu selbstständigem Lernen wichtig sind und in der Schule einen hohen Stellenwert haben.

„Zitat eines Vaters: ‚Das Plus der Schule ist das Methodentraining, die Stärkung der Persönlichkeit, selbstständiges Lernen’ im Vergleich zu den hiesigen (spanischen) Schulen. Die Eltern nehmen dies – dazu gehört auch die Erziehung zur Toleranz – als Philosophie der Schule wahr und unterstützen diese.“ (15)

Den Peers zufolge, ist es der Schule offensichtlich gelungen, die Bedeutung und den hohen Stellenwert des Methodenlernens und des selbstständigen Arbeitens in die Elternschaft zu kommunizieren.

„Es wird von den Eltern wahrgenommen, dass Methodenarbeit und Erziehung zu selbstständigem Arbeiten ein Ziel der gesamten Schule sei.“ (16)


Die Auswertung der Unterrichtsbeobachtung und der Schülerbefragung zeigt gleichwohl ein teilweise abweichendes Bild, wobei jedoch zwischen Grundschule und Sekundaria unterschieden werden muss.

„Die Schüler arbeiten gern, motiviert und diszipliniert auf hohem Niveau im Unterricht an ihrer Schule!“ (8)

Ausgehend von dieser grundsätzlich positiven Beobachtung konnten die Peers weitere Stärken beobachten:

„Die mediale Ausstattung [der KLassenzimmer] ist zeitgemäß und an die Notwendigkeiten des Unterrichts angepasst, so dass hier gute Voraussetzungen für den Einsatz klassischer Medien (OHP, Projektionsflächen) als auch moderner Medien vorhanden sind.“ (8)


Weiter zeigt sich,

„dass die Grundschule auf dem Weg zu offenen, kooperativen Unterrichtsformen und zur Implementierung von Arbeits- und Lernmethoden im Unterrichtsalltag einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Secundaria hat. (...) Während die Klassenräume der Grundschule eine sehr anregende Gestaltung aufweisen und in der Mehrzahl Materialien für selbständiges Arbeiten der Schüler sowie Sprachlernhilfen vorhanden sind, ist dies in den Klassen- und Fachräumen der Secundaria eher selten der Fall.“ (7f)

Im Interview mit den Schülern wurde den Peers vermittelt,

„dass in der Grundschule gelernte und praktizierte Methoden wie Freiarbeit, Stationenlernen, Expertenheft, Wochenplanarbeit und Referate in sehr positiver Erinnerung geblieben sind.“ (10)

Aber auch

„mit dem Methodentraining in Klasse 5 zeigen sich die Schüler zufrieden. Sie geben an, dass das Erklären der Methoden an dieser Stelle ausreiche. Weiterhin meinen sie, dass man gelernte Methoden in der Regel nicht vergesse, dass das Behalten aber davon abhäng, wie häufig man sie anwende und benutze. Sie fühlen sich in die Lage versetzt, auf dieser Basis für sich selbst geeignete Lernmethoden auszuwählen.“ (10)

In den höheren Klassenstufen dagegen finden sich kooperative Lernformen wie

„Gruppenarbeit nur ein Mal pro Woche oder noch seltener. Für die Sekundarstufe I und II werden exemplarisch einige Fächer, in denen an Stationen gearbeitet wird, genannt. Sehr reflektiert wird für die Oberstufe beschrieben, dass Unterricht, der einen hohen Anteil an Eigenaktivität von den Schülern verlangt, notwendig und sinnvoll, aber anstrengender sei.“ (10f)


Eine aufgezeigte Schwäche im Evaluationsschwerpunkt 1 bezieht sich auf die Einbeziehung der Schüler in die Unterrichtsplanung:

„Reflektion über den Unterricht in Form von mündlichem oder schriftlichem Feedback scheint eher selten realisiert zu werden. Die Schüler, die einen schriftlichen, anonymen Feedbackbogen kennen, empfinden diese Art der Rückmeldung als deutlich positiver. Den Schülern ist es dabei wichtig, dass die Lehrkräfte die Rückmeldungen ernst nehmen und in der weiteren Unterrichtsarbeit berücksichtigen.“ (11)


Evaluationsschwerpunkt 2 / Förderung der Deutschkompetenz


Die Peers konnten bestätigen, dass in allen befragten Gruppen übereinstimmend die Wahrnehmung vorherrscht, dass die Deutschkompetenz der Schüler sehr hoch ist.

„Die gut ausgestatteten Schülerbüchereien sind ein deutlich wahrnehmbarer und wichtiger Teil für die Unterstützung des Deutschlernens und –lesens.“ (9)

Gleichwohl ergeben sich auch hier Verbesserungsmöglichkeiten:

„Lern- und Sprachhilfen sind für den DFU-Bereich nur teilweise vorhanden, z.B. neu gedruckte Tafeln in den Sammlungsräumen. Insgesamt liegt in der Gestaltung der Unterrichtsräume (...) und vor allem der Ausstattung mit weiteren Lernhilfen im DaF- und DFU-Bereich noch ein großer Handlungsspielraum vorhanden ist, um die Förderung der Deutschkompetenz auch durch eine entsprechende Raumgestaltung zu unterstützen.“ (8f)

Und weiter:

„Ein systematisch angelegtes Helfersystem für den Deutschunterricht wird von den Schülern nicht wahrgenommen - außer in den Klassen 9 und 10 nach und auf Grund der Integration der E-Schüler. Im Fragebogen allerdings gibt eine Mehrheit der Schüler an, dass im Deutschunterricht und im deutschsprachigen Fachunterricht in Deutsch leistungsstarke Schüler meistens anderen helfen.“ (10)


Eltern erleben die DSM als deutsch-spanische Begegnungsschule mit einer insgesamt hohen Deutschkompetenz. Konkret haben die Peers folgende Beobachtungen machen können:

„Es gibt eine hohe Zufriedenheit mit der Sprachkultur der Schule. Die hohe Deutschkompetenz werde durch den Unterricht erreicht, aber es wird auch angemerkt, dass zu Hause zur Unterstützung eine entsprechende Infrastruktur notwendig sei. (...) Eine Wahrnehmung ist auch, dass die Schule viel tue, um die deutsche Sprache zu fördern. Betont wird die starke Förderung im Kindergarten, da dort nur Deutsch gesprochen werde. Die Lehrer seien, wie die Eltern es formulieren, dauernd und durchgehend damit beschäftigt und darum bemüht, die Ungleichheiten im sprachlichen Leistungsvermögen zu verringern.“ (15)


Evaluationsschwerpunkt 3 / Förderung des positiven sozialen Klimas


Übereinstimmend wurde von allen interviewten Gruppen der Eindruck formuliert, dass an der Schule ein positives soziales Klima herrsche und die Schüler sich an der Schule wohl fühlen.

“Die Schüler vermitteln den Eindruck, dass das soziale Unterstützungssystem über die befragten Klassenstufen hinweg sehr gut bekannt ist und für ihre Belange ausreiche. (...)Zufrieden äußern sich die Schüler über den Weg, Vorschläge über Klassensprecher und SV einbringen zu können. Die Schüler fühlen sich ausreichend informiert über Entwicklungen an der Schule und sehen die Möglichkeit, sich bei Bedarf detaillierter zu informieren.“ (11)

Die Auswertung des Fragebogens, den jeder Schüler direkt vor dem Beginn des Interviews ausfüllte, zeigt, dass sich die große Mehrheit der Schüler von den Lehrkräften und der Schulleitung in ihren Anliegen ernst genommen und sich an der DSM sehr wohl fühlt.

Dieses positive Urteil gilt auch für die Eltern:

„Aus Sicht der Eltern sind die Kinder / Schüler sehr verbunden und sehr zufrieden mit ihrer Schule! Im Detail sind die Eltern informiert, was die Schule über den Unterricht hinaus an Projekten und Aktivitäten anbietet, die alle zur Bildung einer starken Corporate Identity der DSM beitrügen. Die Eltern haben den Eindruck, dass die Schüler von Lehrern und Schulleitung sehr ernst genommen werden und daher auch wenig Anlass hätten, um selbst eigene Initiativen zu starten. Schülerzeitung und Schülermitwirkung (SV) haben aus Sicht der Eltern eine untergeordnete Bedeutung. Die Schule habe aus Sicht der Eltern ein ausreichend breites und differenziertes Unterstützungssystem.“ (16)


Auch bei der Integration von Seiteneinsteigern konnten die Peers feststellen, dass die interviewten Schüler feststellen,

„dass die Integration gut gelingt und nennen dafür als primären Grund die Integrationsbemühungen der Mitschüler. Lobend erwähnen sie die Lehrer, insbesondere die Klassenlehrer. Eine wichtige Rolle im Integrationsprozess spielen auch die Sekretärinnen und Marisol.“ (17)

Die Eltern der „Seiteneinsteigerschüler“ wünschen sich allerdings noch mehr Initiative und Hilfe von Seiten der Schule, darunter:

„noch mehr Unterstützung der Kinder bei der Integration in die neuen Klassengemeinschaften,

ein Patensystem, bei dem auf ihre Aufgabe vorbereitete Schüler den neuen Mitschülern zur Seite stehen und das Einleben in der Schule erleichtern, mehr außerunterrichtliche Angebote und kulturelle Veranstaltungen als Begegnungsanlässe zur Stärkung des Gemeinschafts¬gefühls, (...) eindeutige, umfassende und rechtzeitige Informationen über alle Aspekte des Spanisch-Lernens und des Spanisch-Unterrichts (einschließlich des Spanisch-Privatunterrichts und des Bewertungssystems).“ (19)


Das Interview mit dem Schulvereinsvorstand konnte die insgesamt hohe Zufriedenheit bei Lehren, Eltern und Schülern weiter bestätigen:

„Die Qualität der Schule und der dafür erbrachte Einsatz der Lehrkräfte werden hoch eingeschätzt. Auf die Frage danach, was den Kern der Schule ausmache, wird genannt: Die DS Madrid als Dreh- und Angelpunkt der deutschen und deutsch-spanischen Gemeinde in Madrid, deutsche Feste und Veranstaltungen, Zusammengehörigkeitsgefühl der DSM-Gemeinde (Alumni und Alumni-Portal), hervorragende Ausbildung und die damit verbundene Horizonterweiterung, hohes Fremdsprachenniveau (…).“ (21)

Die Peers stellen fest:

„Das Gespräch [mit dem Schulvereinsvorstand] spiegelt insgesamt eine positive Aufbruchsstimmung – beflügelt durch den geplanten Neubau – wieder, wobei die pädagogischen Visionen der Schule und des Schulleiters konstruktiv aufgenommen und begleitet werden.“ (21)


Fazit der Peers


Im Rahmen der Feedback-Konferenz kamen die Peers zu folgendem Fazit:

„Alle befragten Gruppen der Schulgemeinschaft äußerten eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeit der Schule und attestierten ihr einen hervorragenden Ruf.
Gerade das methodische Arbeiten, die kooperativen Arbeitsformen, die Erziehung zur Selbstständigkeit scheinen geeignet, das Profil – in Abgrenzung zu spanischen Schulen – weiter zu vertiefen. Deshalb und auch im Hinblick auf die BLI scheint es lohnenswert, hieran weiter strukturell zu arbeiten und stärker in der täglichen Unterrichtspraxis zu verankern.
Die Zufriedenheit und hohe Akzeptanz sind ein großes Kapital dieser Schule, ebenso wie die Perspektive eines Schulneubaus! Lassen Sie sich davon weiter beflügeln und legen Sie jetzt und hier die pädagogischen Grundlagen für das, was sich dort unter optimalen Rahmenbedingungen voll wird entfalten können.
Sie sind auf einem zukunftsweisenden Weg!“ (Folie 26f)


Bild:pdf20.gif Peer-Review - Abschlussbericht der Peers




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